Drei Kongresse 1980 bis 83 zum Thema Frieden und Nachrüstung und die Etablierung einer Arbeitsstelle Friedenserziehung an der PH.
Völkerverständigung und Frieden: Gleich nach Ankunft in Freiburg meldete ich mich bei der SPD-Oberwiehre an. Bereits in Gießen war ich Mitglied und ein Jahr vor meinem Umzug nach Freiburg in den Gemeinderat gewählt worden. Es lag also nahe, mich auch an meinem neuen Wohn- und Arbeitsort politisch zu engagieren. Sehr rasch wurde ich in den Vorstand des Ortsvereins gewählt. Um effektiv arbeiten zu können, teilte sich der Vorstand und die regelmäßig darüber hinaus an den Sitzungen Teilnehmenden in drei Arbeitsgruppen auf. Gemeinsam mit Doris, Karin, Manfred, Michael und Werner bildeten wir die Friedens-Arbeitsgruppe. Werner war als Politologe am weitesten eingearbeitet und schlug die Organisation eines Kongresses vor. Er wusste, welche Fachleute wir einladen müssten, ich konnte die PH-Infrastruktur bieten und so haben wir innerhalb kürzester Zeit einen bundesweit sehr beachteten Kongress auf die Beine gestellt. Zwei weitere Kongresse folgten 1982 und 1983. In der PH-Zeitschrift PH-FR schrieb ich einen Bericht zum ersten Kongress mit der Folge, dass mir das Landesministerium für Kultur und Bildung 75.000 MD anbot für eine „landeseigene Friedensforschung“. Der Hintergrund: Die konservativen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg stiegen aus der von allen Bundesländern vereinbarten Friedensforschung aus, weil sie ihr zu linkslastig erschien. Für ein Jahr konnte ich mit dem Geld drei MitarbeiterInnen einstellen, die die Thematik weiter verfolgten und einen Projektantrag zur Friedenserziehung formulierten, der aber von der DFG abgelehnt wurde. Abgesehen davon, dass zu diesem Zeitpunkt die elitäre DFG keine Projekte an Pädagogische Hochschulen vergab, war das Projekt zu pädagogisch orientiert und keine Grundlagenforschung, auf die sie sich konzentrierte. Es blieb dennoch eine Forschungs-/Arbeitsstelle an der PH mit einer etwa 1000 Bände und Unterrichtsmaterial umfassenden Bibliothek, die allerdings nicht so viel benutzt wurde wie wir es uns wünschten. Als Personal hatten wir immer wieder ABM-Kräfte, die uns das örtliche Arbeitsamt bewilligte. Vor allem Clemens Brandstetter organisierte die zahlreichen Vorträge, Tagungen und Fortbildungen, die ich in den 1980er Jahren in den verschiedensten Institutionen zum Thema Frieden, aber auch zu Spiel und Spielzeug und zur Lehrerfortbildung allgemein und speziell zur Sozialkompetenz von SchülerInnen und LehrerInnen halten musste.
Unter anderem organisierte Clemens einen ‚Kinderkongress‘, zu dem er alle Institutionen in Baden-Württemberg einlud – und sie kamen: mehrere Hundert Organisationen und Verbände aus dem ganzen Land kamen, tauschen sich aus und diskutierten die Möglichkeiten, Kinder besser zu fördern. (Bericht wurde PH-intern veröffentlicht)
Veröffentlichungen u.a.:
1982: Engagement für den Frieden. In: Badischer Volkskalender 1982, S. 50-53.
1984: „Frieden“ In: Kerber, Harald /Arnold Schmieder (Hg.): Handbuch Soziologie. Zur Theorie und Praxis sozialer Beziehungen. Hamburg: rowohlts enzyklopädie. S. 171-175.
1981-83: Kongressberichte mit Zusammenfassungen der Beiträge und Gründung der Arbeitsstelle Friedenserziehung an der PH Freiburg:
Veranstaltungsprogramme je Semester der Arbeitsstelle Friedenserziehung gemeinsam mit Susanne Braunger und Hildegard Wenzler-Cremer und Vortrags-/Seminargästen in den 1980er und 1990er Jahren.
2025: (Als Herausgeber): „geboren 1939. Die ganz normale Kriegs- und Nachkriegskindheit des Klaus-Heinrich Diehl. Eigendruck (185 S.)
